Waldtherapie für Trauernde

Trauernde sollen durch die geführten Waldspaziergänge eine Möglichkeit bekommen, ihre Trauer in der Gruppe oder auch alleine auszuleben und auszutauschen. Als geschulte Waldgesundheitstrainerin/Trauerbegleiterin kann ich den Teilnehmern Möglichkeiten aufzeigen, wie Waldspaziergänge die physische und psychische Gesundheit stärken und positiv beeinflussen können. Die Teilnehmer sollen im Wald lernen, wie sie sich selbst wieder spüren und ihre Gefühle zulassen können.

Waldtherapie, bzw. geführte Waldspaziergänge stellen eine Möglichkeit dar, um die Trauer auszuleben und somit das „Gedankenkarussell“ zu stoppen. Durch diese aktive Auseinandersetzung werden Anspannung, Wut und Erschöpfung gemindert.

Auf der psychischen Ebene können gezielte Aufenthalte im Wald die Stimmungslage positiv beeinflussen, Depressionssymptomen entgegenwirken und schließlich sogar zu innerer Ruhe und geistiger Klarheit führen.

Auf der körperlichen Ebene wird durch das Waldbaden, durch den Stressabbau die Widerstandskraft und das Wohlbefinden gestärkt. Ebenso fördern die Aufenthalte im Wald eine verbesserte Schlafqualität bei pflegenden Angehörigen, die oftmals über einen längeren Zeitraum unter Schlafmangel leiden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Waldtherapie aufgrund der genannten physischen und psychischen Wirkungen eine ergänzende oder alternative Therapieoption für trauernde Menschen ist.

 

Dieses Angebot wird von der Caritas FFB unterstützt.

„Waldtherapie für trauernde Angehörige“ – ein neues Projekt der Trauerbegleitung im ambulanten Hospizdienst

„Seit vielen Monaten konnte ich das erste Mal wieder – sogar ohne Medikamente – einschlafen und auch durchschlafen,“ berichtet mir eine Angehörige auf meine Frage, wie ihr am vergangenen Samstag die Waldtherapie gefallen hatte.

Weiterhin führt sie aus: „Am nächsten Morgen bin ich sehr erholt und entspannt aufgewacht, war positiv gestimmt und fit für den Tag.“

Am Samstag, den 17. Oktober 2020, konnten wir das erste Mal in Zusammenarbeit mit Frau Christine Huber (Hospizbegleiterin, Trauerbegleiterin, und Waldgesundheitstrainerin) „Waldtherapie für trauernde Angehörige“ anbieten. Die Konzeption für das Projekt der Trauerbegleitung durch Waldtherapie hatte ich als Förderantrag eingereicht. Durch die Unterstützung einer Spende kann das Projekt jetzt verwirklicht und somit den Angehörigen eine weiterführende Begleitung im Anschluss an ihre Zeit der Pflege angeboten werden.

Um eine konkrete Einschätzung der Wirkung unser Trauerbegleitung im Wald zu erhalten, telefonierte ich zwei Tage später mit der Angehörigen, die ihren Mann im Mai 2020 verloren hatte. Das Ehepaar wurde vom ambulanten Hospizdienst über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren zuhause begleitet.

„Es hat mir sehr gut gefallen: Das ganze Programm mit den einzelnen Übungen zu den verschiedenen Sinnen wie sehen, hören und riechen, fand ich sehr schön. Die sachliche, ruhige und kompetente Anleitung von Frau Huber empfand ich als sehr wohltuend! Interessant: Obwohl wir uns nicht direkt mit dem Verlust unseres Angehörigen und der Trauer beschäftigt haben, war ich sehr berührt, manchmal kamen mir sogar die Tränen.“

„Was hat sie so berührt, dass sie weinen mussten?“ – reflektiere ich mit der Angehörigen. „Ist es ihnen zum Beispiel durch die Waldtherapie gelungen, sich wieder selbst zu spüren? Einen Zugang zu den eignen Gefühlen zu bekommen?“ Genau das sei der Punkt, antwortet sie mir. Ich konnte lange nicht weinen und damit löste sich auch meine Trauer noch nicht, so wie dies jetzt bei unserem Aufenthalt im Wald möglich wurde.

Ein weitere Auslöser für das Berührt-Sein sein war die liebevolle Zuwendung, das Da-Sein und Zuhören durch die Waldtherapeutin. In der Zeit der Pflege widmen Angehörige ihre ganze Energie und Zeit dem zu Pflegenden. Nach diesem kräftezehrenden Zeitraum der Sterbebegleitung ist es für die zu Pflegenden wichtig, wieder zu sich selbst, den eigenen Empfindungen, Bedürfnissen und zur Kraft zurückzufinden.

Wir freuen uns und sind sehr dankbar, dass wir jetzt diese wertvolle Begleitung für trauernde Angehörige kostenfrei anbieten können. Die „Waldtherapie für trauernde Angehörige“ kann jetzt durch eine Spende vom Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V. ermöglicht und umgesetzt werden!

Ein herzliches Dankeschön geht vor allem an Herrn Jürgen Schmid von der Sparda Bank, der sich für diese Unterstützung eingesetzt hat!

Dieses Angebot steht allen Angehörigen (die vom Ambulanten Hospizdienst der Caritas FFB begleitet wurden) kostenfrei zur Verfügung. Bei Interesse können Sie uns gerne unter der 08141 -3207-32 anrufen.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Monika Keck
Dipl. Sozialpädagogin (FH)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kreuthof